Wozu ist der Salon fähig? Über Rassismus im Alltag und mediale Hetze
Fremd! Minderwertig! Nutzlos! Unerwünscht! All diesen Zuschreibungen – ob ausgesprochen oder unterschwellig – sind bestimmte Gruppen und Individuen in ihrem Alltag ausgesetzt - in verächtlichen Blicken, in Stammtischparolen oder in Handlungen. Mediale Debatten liefern Informationen, mit denen rassistischen Ansichten scheinbar biologisch, kulturell oder sozial begründet werden können. Dazu kommen vorgeblich sachliche Debatten um Leitkultur und Kopftücher genauso wie formal korrekte Integrations- und Eingliederungsvereinbarungen.
Im Alltag äußert sich das Zusammenwirken von medialem und alltäglichem Rassismus für MigrantInnen in Deutschland durch Mobbing am Arbeitsplatz, Zurücksetzung im Laden oder in der Schule, verächtliche Behandlung bei Behörden oder FallmanagerInnen – und nicht selten durch die Erfahrung körperlicher Gewalt.
Aber wie sieht diese Verbindung konkret aus? Wird die Hemmschwelle kleiner, rassistische Ressentiments in Wort und Tat zu vertreten, wenn auch die Führungsriege und das Feuilleton meinen: “Das muss man doch mal sagen können?”
Wir wollen einen Blick auf das Tagesgeschäft eines von Medien und Eliten geschürten Rassismus wagen, dem sich laut Umfragen und Studien auch große Teile der Bevölkerung anschließen können.
Dafür haben wir Menschen mit verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven eingeladen.
Zusammen möchten wir Ansatzpunkte finden, rassistische Praxen und Meinungen aufzuzeigen und ihnen entgegenzuwirken.
