Speakerstour mit Gästen aus Kolumbien - „Der Kampf um Befreiung ist international!“

Soziale Bewegungen in Kolumbien

07.11.2014 19:30
Honigfabrik (Wilhemsburg, Industriestr. 125-131)

Im Februar 2014 wurde in Hamburg der erste Block des Kohlekraftwerks in Moorburg ans Netz geschaltet. Die Proteste gegen das Kraftwerk richteten sich von Anfang an nicht nur gegen die Luftverschmutzung und die Nutzung von Kohle als den Klimawandel extrem beschleunigende Energiequelle, sondern thematisierten auch die Bedingungen, unter denen Minenarbeiter_innen in Bergwerken schuften müssen.
Seit 2009 hat sich in Hamburg mit dem Netzwerk für das Recht auf Stadt eine neue soziale Bewegung etabliert, die gegen Mietenwahnsinn und den Ausverkauf der Stadt an Investor_innen kämpft und die grundlegend die Frage stellt, wer hier eigentlich über die Belange der Bewohner_innen der Stadt entscheiden soll.

In Kolumbien sind die Bedingungen, unter denen Menschen sich gegen die Verhältnisse zur Wehr setzen, um ein vielfaches schwieriger und bedrohlicher als hier. Minenarbeiter_innen, Bäuer_innen und die Bewohner_innen indigener Gemeinden, die sich gegen den Kohletagebau zur Wehr setzen, sowie Bewohner_innen der großen Städte, die gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen für ihr Recht auf Stadt kämpfen, müssen darum fürchten in den Knast gesperrt, gefoltert oder von (Para-)Militärs ermordet zu werden.
Während Regierung und FARC einen Waffenstillstand verhandeln, den sie Frieden nennen, geht der Krieg um Bodenschätze und Kokain auf dem Land ununterbrochen weiter. Die Städte leiden unter sozialer Ausgrenzung, Armut und Flüchtlingsproblematik. In den marginalisierten Regionen vergiften multinationale Konzerne das Wasser und das Ackerland – in den Großstädten haben die marginalisierten Viertel kein Wasser und Strom.
Auf der Veranstaltung werden die Referent_innen über ihre Kämpfe erzählen, anschließend geht es um die Verknüpfungen mit den sozialen Bewegungen in Hamburg und die Perspektiven internationaler Solidarität und Unterstützung.


Unsere Gäste:

 

Luzmila Ruana Gaviria, vom kolumbianischen Verband der Kleinbäuer_innen CNA (Coordinador Nacional Agrario) aus der Provinz Nariño im Südwesten des Landes, im Zusammenschluss sozialer Bewegungen und Organisationen Congreso de los Pueblos und beim internationalistischen Netzwerk Red de Hermandad aktiv.

Yolima Bedoya, Historikerin aus Medellin, aktiv in der Stadtteilorganisation Nuevo Dia und ebenfalls bei Congreso de los Pueblos.

Erik Arellana Bautista, Künstler und Menschenrechtsaktivist von der Stiftung für Menschenrechte Nydia Erika Bautista, setzt sich ein für die Rechte von Opfern Gewaltsamen Verschwindenlassens und Staatsverbrechen. Er lebt derzeit im Exil in Hamburg.

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