Bauer Verlag unterstützt Nazi-Propaganda

Kundgebung gegen Bauer´s Nazi-Connection

03.07.2010 20:00
Fischaktionshalle, Große Elbstraße 9

Der Hamburger Bauer-Verlag vertreibt seit Dezember 2009 eine neue extrem rechte Zeitschrift namens ZUERST! und profitiert somit von der
Verbreitung  brauner Propaganda. Die neue Nazipostille wird von der
100%igen Bauer-Tochter Verlagsunion vertrieben. Über diese Zeitschrift
und die unselige Kooperation haben verschiedene Medien in den letzten
Monaten berichtet, der Gesamtbetriebsrat der Bauer Media Group  hat der
Geschäftsführung nahe gelegt die Kooperation zu beenden und
antifaschistische Gruppen aus Hamburg, wie auch in anderen Städten,
haben gegen diese Verbindung und den bundesweiten Vertrieb von ZUERST!
an Kioske protestiert. Genützt hat dies alles bisher wenig, die
Bauer-Geschäftsführung schweigt zur Kooperation mit der Nazi-Zeitung.
Vom 2. - 4. Juli veranstaltet Bauer nun in Hamburg  das weltweit größte
Fussballturnier der Werbebranche, den Bauer Agency Cup (BAC). 3.000
Personen in über 60 Teams werden zu dem Event erwartet, unter ihnen
zahlreiche GeschäftspartnerInnen von Bauer. Kicken, Feiern, Spaß haben
und Leute aus der Werbebranche treffen ist das Motto des BAC. Doch wir
werden bei der gemeinsamen Party in der Fischauktionshalle darüber
aufklären, dass der größte Sponsor und Namensgeber des Turnieres
Nazipropaganda unterstützt und von dieser finanziell profitiert.

 

Hintergrund:

ZUERST! ? Das Allerletzte


Die neue Zeitschrift, welche in ihrem modernen Outfit dem Magazin Focus
ähnelt, will gerne das rechte Pendant zum Spiegel sein, bewegt sich
allerdings eher auf dem Niveau der Nationalzeitung. Im Editorial der
Erstausgabe bedient sich Chefredakteur Günther Deschner auch schon mal der Sprache des Dritten Reiches, wenn er von der ?Entartung unseres
politischen Systems? schreibt und darüber lamentiert das der Spiegel
"zersetzend gewirkt hat." Deschner hetzt gegen angebliche "Entmündigung des Volkes" und "Kulturvernichtung durch die 68er" und Munier sekundiert: durch "massenhafte Einwanderung", "rekordverdächtige Fortpflanzung der Fremden" und "Verlust der eigenen etischnischen Identität" befände sich Deutschland in "höchster Gefahr". Mit den Dauerbrennern nationale Identität, Kulturkampf, political correctness und kaum verhohlenem Rassismus unterscheidet sich ZUERST! kaum von anderen Blättern aus dem rechten Sumpf. Auch antisemitische Verschwörungstheorien werden in der Titelstory "Wer regiert Deutschland wirklich? Banker und Politiker, Spekulanten und Strippenzieher?", wenn auch etwas kaschiert, gepflegt. Von einer "Nomenklatura effizient-diskret tätige(n) Schattenmännern einer Kaste gleich" und von "führenden Wallstreet-Investmentbankern" wird in dem Artikel geraunt. und der braune Leser weiß auch ohne die explizite Erwähnung, dass hier das "jüdische Finanzkapital" gemeint ist.
Nachfolgerin der dienstältesten neofaschistischen Zeitschrift
Verleger des "deutschen Nachrichtenmagazins", welches dem
"Konformitätsdruck des Meinungskartells" den Kampf angesagt hat, ist der
langjährige braune Strippenzieher Dietmar Munier aus Schleswig-Holstein.
Sowohl Munier  als auch sein Verlags-Komplex  werden seit Jahren vom
Inlandsgeheimdienst aus Schleswig-Holstein beobachtet, Anfang des Jahres publizierte der Geheimdienst aus Baden-Württemberg unter dem Titel "Neues rechtsextremistisches Nachrichtenmagazin 'ZUERST!'" einen ausführlichen Beitrag über die Nazi-Postille. Im Impressum von ZUERST! wird angegeben, das neue Magazin sei vereinigt mit der Zeitschrift Nation und Europa (NE), einem führenden Theorieorgan der
neofaschistischen Szene, welches sich ursprünglich am Europa-Gedanken der Waffen-SS orientierte und schon 1951 von Arthur Erhard, ehemaliger SS-Hauptsturmführer und Chef der ?Bandenbekämpfung? gegründet wurde.
Aufgrund ihres eindeutig neofaschistischen Charakters, galt NE den
Behörden jahrzehntelang  "als das bedeutendste rechtsextremistische
Theorie- und Strategieorgan". Letzter Mitherausgeber von NE war bis
November 2009 der ehemalige NPD- und REP-Funktionär Harald Neubauer, der
sein journalistisches Handwerk bei Gerhard Frey (Nationalzeitung)
lernte. Bei der neuen ZUERST! sorgt Neubauer für die personelle und
weltanschauliche Kontinuität, er ist Mitarbeiter der Zeitung. Auch
Verleger Dietmar Munier sieht seine Zeitschrift in bewährter
Nazi-Tradition: ?Nation und Europa wird ja nicht eingestellt. ZUERST!
ist die Umgestaltung von NE, um sie für das 21. Jahrhundert sturmfest zu
machen. ZUERST! setzt die bewährte programmatische Linie fort...?
Bauer: Geld stinkt nicht
Verleger Munier kommt aus den Reihen der Nationaldemokraten, früher war er stellvertretender Landesvorsitzender der Junge Nationaldemokraten (JN) in Schleswig-Holstein. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich Munier in Martensrade (Kreis Plön) eines der größten Verlagsimperien der extremen Rechten aufgebaut. Munier ist das gelungen, wovon andere braune Verleger nur träumen können. Er fand für seine Postille (90.000 Auflage) mit der Verlagsunion (VU) einen der größten Zeitschriftenvertriebe Deutschlands. Nur durch die Bauer-Tochter könnte es Munier gelingen, seine Nazizeitung über Bahnhofskioske etc. auch in dem letzten Dorf zu verkaufen. Bisher sind die meisten braunen Blätter nur im Abonnement erhältlich. "Im Vordergrund steht hierbei immer der wirtschaftliche Erfolg der Zeitschriften" schreibt die VU in ihrer
Unternehmensphilosophie - auch der Erfolg von Nazis?
Bauer ist mitverantwortlich, wenn Nazipropaganda flächendeckend
erhältlich ist, ein brauner Strippenzieher wie Dietmar Munier damit Geld
und Einfluss gewinnt und dieser in seinem Verlagskomplex weiterhin
Kameraden aus der NPD einen Arbeitsplatz bieten kann.