Offen für alle Interessierten

Regionalkonferenz zu Energiekämpfen

13.11.2011 11:00 - 17:30
Werkstatt 3

Input-Referate (jeweils gefolgt von Diskussion):

1. Zum zweiten "Atomausstieg" und den globalen Folgen der fossilen Energien Felix Pithan (solid)

2. Alles beim Alten plus Off-Shore-Parks und Desertec ? Zur sog. "Energiewende" und zum "Grünem Kapitalismus" Hendrik Sander (FelS Berlin)

3. Welche "Energiewende" ist erforderlich? Zur Demokratisierung und Dezentralisierung der Energiewirtschaft Alexis Passadakis (Attac)

Hamburg Lokal-Kurz-Inputs:
- "Atomtransporte durch Hamburg"
- "Moorburg und die Fernwärmetrasse"
- "HVV Umsonst!"
- "Hamburg - Unser Netz"

Abschließende Podiums- und Plenums-Diskussion: "Wie weiter in den Energiekämpfen? Können wir unsere Kräfte bündeln und unseren Widerstand gemeinsam gestalten?"

Wir sind mit dem atomar-fossilen Wahnsinn nach wie vor grundsätzlich unzufrieden. Wird im „grünen“ Kapitalismus alles gut? Beiträge zur Kritik, Alternativen und Perspektiven des gemeinsamen Widerstands.

Der so genannte „Ausstieg“ aus der Atomtechnologie nach der Katastrophe in Fukushima ist vollkommen unzureichend. Weiterhin sind wir und kommende Generationen den „Restrisiken“ ausgesetzt. Die Atommüllproduktion läuft weiter, ein sicheres Endlager gibt es nicht und wird es nicht geben. Der für Menschen und Umwelt desaströse Uranabbau, die Brennelementefabrik, die Urananreicherungsanlage, die dazugehörigen Atomtransporte werden nicht in Frage gestellt.

Nachdem die Atomtechnologie bis in konservative Kreise hinein diskreditiert ist, wird nun die Klimakatastrophe in den Hintergrund gedrängt, obwohl diese schon heute die Existenzen vieler Millionen Menschen zerstört. Fossile Energieträger sollen nach dem Willen von Regierungen und Konzernen für eine „Übergangszeit“ von 40 Jahren und mehr weiter genutzt werden, wohlwissend, dass die umfassende Umweltkrise damit weiter verschärft wird. Dabei nehmen schon jetzt Extremwetterlagen deutlich zu und äußerst verheerende Kipp-Punkte, bei denen die Erderwärmung sprunghaft und sich selbst verstärkend ansteigt, rücken immer näher.

Doch auch die Art und Weise, wie jetzt der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben wird, lässt nichts Gutes erwarten. Statt eine ökologisch unerlässliche, sozial gerecht gestaltete, drastische Reduzierung des gesellschaftlichen Energie- und Materialverbrauchs sowie die Dezentralisierung und Demokratisierung der Energieversorgung einzuleiten, werden weiterhin zentrale, die Machtstellung und Profite der großen Energiekonzerne erhaltende Großprojekte gefördert. Diese werden u.a. die Industrialisierung von Meeren und Wüsten und damit die Zerstörung der dortigen Lebensräume zur Folge haben. Die notwendige Infragestellung des unbedingten Wachstums, auf dem auch ein grün gewaschener Kapitalismus basieren würde, findet nicht statt.

Es gibt an vielen einzelnen Punkten Widerstand gegen die herrschende Energiepolitik. Die Proteste müssen nun auf die Befriedungspolitik der Bundesregierung reagieren. Können wir unsere Kräfte bündeln und unseren Widerstand gemeinsam gestalten? Wo liegen dafür denkbare Ansätze und Perspektiven?

Mit dieser Regionalkonferenz möchten wir über diese Fragen eine bewegungs- und spektrenübergreifende Diskussion anstoßen.

 

Avanti Klima AG HH und Anti-Atom-Plenum HH