18.12.2009 Hamburg: Netzwerk Recht auf Stadt mit selbstbewusster Parade

Mehr als 4.000 Menschen demonstrieren in Hamburg für ein Recht auf Stadt

Mit mehr als viertausend Menschen und zahlreichen aufwändig geschmückten Wagen starteten am frühen Abend die Recht-auf-Stadt-Parade an der Moorweide.

 

Nachdem das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht der Argumentation der Polizei gefolgt waren und dem bunten Umzug den Weg durch die Innenstadt verwehrt hatten, sah sich die Demonstrationsleitung gezwungen, die Route zu ändern. "Zum Recht auf Stadt gehört auch, an zentralen Orten sichtbar zu sein und vernehmbar einzufordern, dass die Bewohner dieser Stadt mehr als bisher an Entscheidungen beteiligt werden. Dieses Anliegen auf menschenleere Straßen abzudrängen zeigt, wie wenig sich der Senat um die Wünsche derjenigen schert, die in dieser Stadt leben," sagt Steffen Jörg von der Demoleitung.

Die Parade nahm deshalb eine selbstgewählte Route durch St. Pauli zum Frappant in der Großen Bergstraße.

 


 

 

Das noch junge Netzwerk Recht auf Stadt hat tausende von Menschen mobilisiert, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihren Zorn auf die städtische Politik phantasievoll und friedlich auf die Straße gebracht haben.

"Dies ist erst der Anfang. Was in kleinen Schritten begonnen hat, geht im nächsten Jahr weiter: Initiativen werden sich vielfältig den städtischen Raum aneignen und dem Ausverkauf der Stadt weiter entgegen treten", kündigt Nicole Vrenegor, Aktivistin aus dem Netzwerk Recht auf Stadt, an. Ein wichtiges Aktionsfeld wird der Kampf gegen Mietsteigerungen sein.

Bereits am Donnerstag hatte sich die AG Mieten und Wohnen aus dem Netzwerk mit einem Offenen Brief an Bausenatorin Anja Hajduk gewandt und sie aufgefordert, ihren Einfluss auf die SAGA geltend zu machen. Das Unternehmen ist mit 130.000 Wohnungen der größte Vermieter in Hamburg und hatte erst kürzlich nach der Veröffentlichung des aktuellen Mietenspiegels Mieterhöhungen verschickt.

 

www.rechtaufstadt.net