Lehman, Griechenland und der IWF in Europa

Bambule in Griechenland

02.06.2010 20:00
„Bambule“, Gaarden

Eine Veranstaltung von attac und Avanti Projekt undogmatische Linke Kurzvorträge von Dr. Thomas Herrmann (attac) und Axel Hoffmann (Avanti)
 
Die Lehman-Pleite war vielleicht der Auslöser der Finanzkrise, aber bereits im Sommer 2008 ging die Konjunktur in die Knie, und zwar nicht zuletzt aufgrund des steigenden Leitzinses der EZB (vier Prozent), überteuerter Rohstoffe (Benzin über 1,50 €) und einem astromischen Außenwert des Euro (1,50 € zum US-$). Das führte in den Abschwung und dieser fand in der Lehman-Bank sein erstes Opfer. Seither befindet sich nicht nur Deutschland in der Rezession. In der Folge sanken die Steuereinnahmen der Industrieländer und zugleich stieg die Staatverschuldung aufgrund der Bankenrettungspakete. Die so genannte „Griechenlandkrise“ ist das erwartbare Resultat dieser Entwicklung und macht den Charakter der Krise als Krise des Kapitalismus deutlich.
Im ersten Vortrag wird es um die „Argumente“ der Boulevard-Presse gehen, die mit verantwortlich waren, dass Griechenland immer weiter in die Krise geredet wurde und um den entschiedenen alltäglichen Widerstand der griechischen Bevölkerung, die im Mai bereits zum vierten Mal in diesem Jahr einen ganztägigen Generalstreik organisierten. Im zweiten Vortag wird auf die Ankunft des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Europa eingegangen. Der IWF hat in seiner Geschichte mit seinen Sparprogrammen diverse Länder ruiniert und diverse Volksaufständen ausgelöst. Mittlerweile sind nur noch die Türkei und die Ukraine in IWF-Programmen. Es war fast gelungen, den IWF auszutrocknen. Kein Land, das einmal in die Hände des IWF gefallen ist, wiederholt diese Erfahrung. Jetzt hat Kanzelerin Merkel den IWF nach Griechenland und damit nach Europa geholt. Damit sollen die Erfahrungen und Methoden des IWF bei der Ausplünderung breiter Bevölkerungsschichten für den Euroraum verfügbar gemacht werden.
Es soll im Anschluss an die Kurzvorträge auch über das gesprochen werden, was noch auf die Bevölkerung zukommt und wie die Widerstände gegen das europäische Depressionsprogramm zu stärken, zusammenzuführen und zu vernetzen sind.